Aussichtsturm auf Studenec bei Ceska Kamenice

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Aussichtsturm auf dem Kaltenberg

 

Sollte man vom Abenteuer und Neugierigkeit vorangetrieben werden und doch riskieren auf den Turm heraufzuklettern, dann wird diese gefährliche Mühe nur mit einer Enttäuschung gekrönt. Aus dem Gipfel des Aussichtsturmes gibt es keinen Rundblick mehr. So wie alles andere auch diese technische Sehenswürdigkeit hat für den Mangel am Interesse und die unterlassene Pflege bezahlt. Sie ist einfach zerfallen, genauso wie das ehemalige Gasthaus an ihrem Fuß, wo jemals Stimmen der zufriedenen Besucher schallten. Warum ist denn die Restauration anfangs der fünfziger Jahre niedergebrannt? Während des zweiten Weltkrieges war das Gasthaus am Aussichtsturm (genannt „Zum Kaltenberg“) von dem Gastwirt Vatera betrieben. 

Noch im Jahre 1947 stand die Hütte auf dem Gipfel des Kaltenberges, was in der Fotografie des Herrn Franz Fritsch, eines Waldarbeiters aus Kaltenbach (Hausnummer 38), aus dem Jahre 1947 bewiesen ist. Das Foto hat sein Sohn Herrn Josef Suchánek aus Kaltenbach Nr. 38 gewidmet. Gleich am Anfang der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ist die Hütte niedergebrannt. Heute kann man hier nur ihre Grundmauern mit den Resten des niedergebrannten Kellers finden.

 

Am Anfang des Jahres 1995 regte die Gesellschaft der Freunde von Tetschen – Amici Decini eine Verhandlung über die Rettung des Aussichtsturmes an. Gegen die Rekonstruktion äußerte sich der Unternehmer Lesy ČR (ČR Wälder), staatliche Gesellschaft (s. G.) und auch die Verwaltung des Landschaftsschutzgebietes (CHKO) Lausitzer Gebirge und der Aussichtsturm sollte am 30.5.1996 heruntergerissen werden. Kurz vor dem geplanten Beginn der Demontage war sie aber dank der Entscheidung des Ministeriums für Kultur und des Staatsinstitutes der denkmalpflegerischen Tätigkeit (Denkmalpflegeinstitut) gestoppt, weil laut des Sachverständigengutachtens der Aussichtsturm ein einzigartiges technisches Denkmal darstellt. Der Aussichtsturm wurde am 28.3.1997 als ein technisches Denkmal erklärt. Gesellschaft der Tetschenregion Freunden hat dann Schritte unternommen, um Finanzmittel für die Rekonstruktion – 960 000,- Kč - zu versichern. Das Projekt wurde dem renommierten Konstruktionsbüro des Herrn Dipl.-Ing. Arch. Jandáček aus Prag vergeben. Der Aussichtsturm wurde vom Vertreter der Firma Prošek a syn umělecké kovářství (Prošek und Sohn Schmiedekunst) aus Zbečno am Křivoklát untersucht. Diese Firma sollte die Rekonstruktion durchführen. Beginn der Rekonstruktion wurde für die Frühlingsmonate des Jahres 1998 geplant, um zum 110. Jahrestag der Aussichtsturmexistenz diesen zum Nutzen übergeben zu können. Das hat sich aber nicht verwirklicht. Zweierlei Probleme traten auf. Das erste war selbstverständlich Geld. Geld aus den respektiven Fonds muss nämlich zu dem Eigner gerichtet werden und dieser ist nicht bekannt. Die Mitglieder des Vereins Amici Decini dachten, dass der Inhaber das Unternehmen Lesy ČR, s. G. ist, dort aber war der Turm nicht im Inventarbuch eingeschrieben. Nach einer Untersuchung im Bezirkarchiv kam man dazu, dass der ursprüngliche Eigner der deutsche Wanderverein „Gebirgsverein für die Böhmische Schweiz“ war. Der Aussichtsturm überging als Konfiskat dem Klub der tschechischen Touristen (KČT), der 1948 aufgelöst und dann zu dem Tschechoslowakischen Turnverein zugeteilt wurde. In der postrevolutionären Zeit hat sich niemand zu seinen Rechten gemeldet. Das zweite Problem bilden technische Parameter der Rekonstruktion. Weder die Lesy ČR, s. G., noch das Naturschutzgebiet (CHKO) Lausitzer Gebirge waren bereit den Bau zu genehmigen, weil angeblich ein neuer Zutrittsweg aufgebaut werden müsste und deswegen müssten die Bäume auf dem Scheitel gefällt werden, um eine bessere Aussicht zu ermöglichen.

 

Probleme überwogen und so leider Gottes riskierten die Akteure ihre Gesundheit und trotz des schriftlichen Verbotes kletterten sie auf den halbzerfallenen Aussichtsturm. Sein weiteres Schicksal ist immer noch unsicher. Der Aussichtsturm befindet sich auf dem Gebiet des Naturschutzes. Die Bemühungen der Naturschutzaktivisten sind zur Einschränkung der Besucherzahl dieser wertvollsten Naturflächen gerichtet, damit der Naturreichtum erhalten verbleibt. Gleichzeitig ist aber im Status des Naturschutzgebietes eine Bedingung über Gewehrleistung der kulturhistorischen Werte als unwegdenkende Bestandteile der Landschaft erwähnt. Dieselbe Idee schrieb auch Herr Doz. Dr. Dipl.-Ing. Arch. Václav Dvořák, der auf dem Katheder der Architektur der Fakultät für Bauwesen der ČVUT (Tschechische Hohe Technische Lehre)[1] tätig ist.

 



[1] Wahrscheinlich die älteste technische Universität in Europa, die 1707 bei einem tschechisch geschriebenen Dekret des Josef  I. gegründet wurde.   

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