Bedeutende Jahrestage der Gemeinden unter dem
Kaltenberg
Samstag,
den 6. September 2008 trafen sich in Studený/Kaltenbach bei noch
recht sommerlichen Wettern Leute und erlebten gemeinsam einen
Augenblick der menschlichen Zusammengehörigkeit.
Bei der Gelegenheit bedeutender Jahrestage der Gemeinden unter
dem Kaltenberg veranstaltete der Bürgerverein Studený und Lipnice
eine kleine Feier. Landsleute, Teilnehmer der Marienwallfahrt und
auch Nachfahren der ersten Siedler haben die Einladung angenommen und
sind auch angekommen. Die heutigen Einwohner mit Rekreanten trafen
sich zusammen mit Liebhabern der herrlichen Orte im Gebiet zwischen
dem Lausitzer Gebirge und der Böhmische Schweiz. Aus der unweit
entfernten Stadt Kreibitz kamen zur Hilfe auch Mitglieder des
befreundeten Tadeas Haenke Vereins einschließlich des Bürgermeisters
dieser Stadt.
Grund des
Zusammentreffens der Landsleute und gegenwärtiger Einwohner waren
einige bedeutende Jahrestage, die auch für die Gegend unter dem
Kaltenberg das Jahr 2008 brachte. Dazu gehört auch die Beendigung
des ersten Weltkrieges, seit der es in diesem Jahr 90 Jahre sind. Die
Teilnehmer brachten dieses Ereignis durch feierliche Enthüllung und
Einweihung der Gedenktafelreplik, die den im ersten Weltkrieg
gefallenen kaltenbacher Männer gewidmet ist. Die ursprüngliche
Gedenktafel wurde in der Vergangenheit ruiniert.
Hauptzelebrant Herr Msgre. Karel Havelka,
Generalvikar in Litoměřice
bei gefälliger Teilnahme des Dechanten P. Karel Jordan Červený
ais der Skt. Jakobs-Kirche in Česká Kamenice
segnete danach das Jahre 1787 vor dem Gebäude der ersten Schule in
Kaltenbach (1780) und des Gasthauses Nr. 69 (heutzutage Nr. 60). Die
Replik des Schulkreuzes wurde jetzt auf das Gemeindegrundstück
umgestellt. Finanzmittel für seine Herstellung wurden aus dem Fond
des Bezirkshauptmannes Ing. Jiří Šulc
und auch von den Landsleuten gewonnen. Landsleute deckten auch in
voller Höhe die Kosten für Replik der Gedenktafel der im ersten
Weltkrieg gefallenen.
Teilnehmer der Feier wurden von der Frau Bürgermeisterin de
Dorfes Kunratice/Kunnesdorf
Frau Květa Božíková liebevoll
empfangen. Nach Worten der Vorsitzenden des Bürgervereins Kaltenbach/Limpach
Jitka Tůmová,
heilt Rede der Vertreter der kaltenbacher Landsleute Herr Rainer
Heinrich. In seiner Begrüßungsrede sagte er unter anderem: Erst
durch ein langsames Heilen von Wurden, welche man sich gegenseitig
von hier lebenden Bevölkerungsgruppen zugefügt hatte, war es möglich
wieder aufeinander zuzugehen, sich zu verstehen und Freundschaften zu
schließen. Einen großen Beitrag leistet dazu der Bürgerverein von
Studený a Lipnice.
„In
weiteren erinnerte er an die Worte des feierlichen Redners Herr F.
Stelzig bei der Gedenkmahlsenthüllung im Jahre 1924: „Mit dem
Denkmal sollte nicht der Krieg verherrlicht werden, sondern der
Wunsch ausgedrückt werden, daβ diese Denkmal das letzte derartige
in den Dörfern sie möge.“ -
Leider ging Wunsch nicht in Erfüllung. Umso mehr ist es unsere
Aufgabe, die jetzt 60 Jahre ohne Krieg in unseren Ländern gelebt
haben, dafür zu sorgen, daβ es weiter so friedlich in dem
Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen bleibt, wofür auch in einem
gemeinsamen Europa, zu dem wir alle gehören, die Voraussetzungen
gegeben sind.
Unter den anwesenden Landsleuten befand sich auch sine 81 – jährige
Tochter Frau Margarete Stelzig - Berlin, die stark ergriffen war.
Die Mutter Gottes Statue (1835) in neuer feierlicher Bekleidung half die unterbrochen Tradition der kaltenbacher Prozessionen wiederaufnehmen. Die kleine Andacht an der Waldkapelle im „Tiefen Loch“ ist ein feierlicher Augenblick geworden. Es spielte Musik, Waldhörner, Pfeifchen der Mädchen aus Kreibitz ertönten wieder. Leute blieben stehen, beteten und meditierten unterwürfig. Das zweisprachig gesungene Leid Ave Maria von Frau Helene Krause – Mitglied des Tadeas Haenke Vereins – steigerte die sakrale Atmosphäre des vornehmem Augenblickes. Das folgende Abendgebet in der Marienkapelle in Böhm. Kamnitz und die heilige Sonntagsmesse haben die herrliche Feier zum Abschluss gebracht. Mitglieder des THVs aus Kreibitz ergänzten die wunderschöne Atmosphäre der Andacht durch Musik und Gesang, es ertönte wieder Ave Maria von derselben Sängerin wie oben angeführt Dechant P. Karl Jordan Červený sagte allen Dank und Ruhe und Frieden unter den Leuten waren um einen edelen Augenblick der Herrlichkeit und des Bewusstseins der bürgerlichen Gesellschaft bereichert.
